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Breitendorf,

Gemeinde Hochkirch, Sachsen

Breitendorf

Breitendorf (obersorbisch Wujezd, etwa „Umfahrt“) ist seit 1994 ein Ortsteil von Hochkirch und liegt am östlichen Rand des Kreises Bautzen in Ostsachsen. Das Dorf zählt rund 180 Einwohner.

Blick auf das von Feldern eingerahmte Dorf, im Vordergrund die Eisenbahnbrücke, dahinter der Wohlaer Berg Blick auf Breitendorf aus Richtung der Bundesstraße 6, im Hintergrund der Wohlaer Berg (Byčin).

Der Ortsname ist deutschlandweit nicht gänzlich einzigartig: Ein zweites Breitendorf findet sich als Weiler der zirka 7 Autostunden entfernten niederbayrischen Gemeinde Geratskirchen.

Ortsgeschichte

Breitendorf wird erstmals in einer lateinischen Urkunde von Papst Innovenc IV. aus dem Jahre 1252 urkundlich erwähnt. Darin wird die Übereignung des Dorfes „Ugest“ mit allem Nutzen und Dienst an die Mutter der Kirchen in Kittlitz bestätigt. Breitendorf war Kirchenbesitz bis 1853, die Pfarrer von Kittlitz übten die niedere Gerichtsbarkeit über den Ort aus.

Jubiläen

2014
140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Breitendorf
2017
765 Jahre Breitendorf

Breitendorf gehörte lange Zeit zum Kreis Löbau, mehrmals wechselte die Zugehörigkeit des an der Kreisgrenze liegenden Dorfes zwischen Löbau und Bautzen.

Die Bewohner betrieben hauptsächlich Landwirtschaft, es gab im Ort nie ein Rittergut oder Vorwerk. Die Einwohnerzahl hat sich seit 1800 kaum verändert, sie lag immer zwischen 200 und 300 Einwohnern. Die Bevölkerung bestand bis zum 19. Jahrhundert fast nur aus Sorben, inzwischen ist die sorbische Sprache praktisch ausgestorben. Zwei Mühlen nutzten die Wasserkraft des Buttermilchwassers, sie wurden 1948 und 1980 stillgelegt.

Der teilweise in der Gemeindeflur liegende Wohlaer Berg (Byčin) wurde bei vielen militärischen Ereignissen der Vergangenheit als „Feldherrenhügel der Oberlausitz“ bekannt. Er spielte eine große Rolle im Siebenjährigen Krieg, aber auch Napoleon nutzte diesen günstigen Beobachtungsposten. Von der vorgelagerten, 346 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Erhebung bietet sich bei gutem Wetter ein bis zu 50 km weiter Blick ins Innland.

Breitendorf liegt an der Eisenbahnstrecke Bautzen–Löbau. Von 1905 bis 1994 hatte der Ort einen eigenen Bahnhof, seitdem gibt es nur noch einen Haltepunkt. Das Bahnhofsgebäude wurde komplett abgerissen.

Eine eigene Schule wurde erstmalig 1838 eingeweiht und 1878 durch einen größeren Neubau ersetzt. Diese Schule war bis 1973 in Betrieb, zuletzt nur noch für die untersten Klassen. Danach wurden alle Kinder in die Hochkircher Schule geschickt. Das Schulgebäude wird weiterhin als Kulturraum genutzt.

Seit 1874 gibt es eine Freiwillige Feuerwehr im Ort. Die damals angeschaffte Handdruckspritze ist noch immer im Original funktionstüchtig erhalten.

Zuletzt bearbeitet am 11. Juni 2013 | | News | Impressum