Aktuelles vom 4. Oktober 2011: Verpflichtung zur Breitband-Versorgung „ist vom Tisch“
Seit 2005 können alle Hochkircher Bürger breitbandig am Informationszeitalter teilhaben. Nur die Breitendorfer saugen ihre E-Mails noch aus Modem- oder bestenfalls ISDN-Verbindungen. Die Zeiten, in denen dieser Zustand noch tragbar war, sind spätestens seit YouTube – also seit 2005 – endgültig vorbei.
Hier möchte ich aus meiner ganz persönlichen Sicht einen Überblick über den aktuellen Stand geben. Wer mehr weiß als ich, soll sich bitte bei mir melden.
Thiemo Mättig
Breitendorf ist anders als alle anderen Hochkircher Ortsteile an das Löbauer Telefonnetz angeschlossen – daher auch die abweichende Vorwahl. Die Leitung nach Löbau ist wahrscheinlich zu schlecht, vielleicht ist auch Glasfaser im Spiel. In jedem Fall müsste die Telekom viel Geld investieren, nur um vielleicht ein Duzend Haushalte mit Breitbandanschlüssen zu versorgen. Anders formuliert: Breitendorf ist wirtschaftlich unrentabel.
Die Telekom betrachtet ihre Verpflichtung zur Grundversorgung mit dem Telefonanschluss als erfüllt und sieht daher auch keinen Handlungsbedarf. Es gab und gibt viele Versuche, das gesetzlich zu ändern oder einzuklagen. Ohne Erfolg.
Nein, eigentlich nicht. Beim Angebot der Telekom handelt es sich um eine Einweg-Kommunikation. Für den Rückkanal – und der wird immer benötigt – muss gleichzeitig eine Modem- oder ISDN-Leitung offen gehalten werden. Anders formuliert: Doppelter Preis (rund 40 Euro monatlich plus 17 Euro für den Telefonanschluss) für die halbe Leistung (1000 kBit in die eine, 56 kBit in die andere Richtung – bei DSL wären das 2000 und 192). Echtes Sateliten-DSL mit Zwei-Wege-Kommunikation erreicht gerade mal die Geschwindigkeiten von DSL 2000, kostet aber rund 80 bis 100 Euro im Monat.
Breitendorf liegt in einem Funkloch. Bei meinem Test war nur auf dem Dachboden etwas zu empfangen, und auch dort nur mit deutlich spürbaren Stockungen. Eventuell könnte man den Empfang mit einer auf dem Dach angebrachten Antenne so weit verbessern, dass die Sache benutzbar wird. Für den dazu gehörenden UMTS-Vertrag sollte man keinesfalls weniger als 40 Euro im Monat investieren, da sich hinter den günstigeren Angeboten windige Abzock-Fallen verbergen.
Letzten Endes stehen alle anderen Anbieter vor den selben Problemen wie die Telekom – eher noch schlimmer, weil sie kleiner sind und noch mehr auf die Wirtschaftlichkeit achten müssen. Lösungen per Funk sind schwer realisierbar, weil Breitendorf in einer Senke liegt und keine direkte Sichtverbindung zu einem möglichen Anschlusspunkt existiert.
Ich kann nur vermuten, dass der Arcor-Mitarbeiter seine Provision durch den Abschluss möglichst vieler Verträge steigern wollte. Wenn er DSL anbietet, heißt das nur, dass es irgendwann kommen wird, aber wann, ist völlig unklar. Bis dahin hat man auch mit dem Arcor-Vertrag nur eine ISDN-Verbindung. Der Haustürverkäufer sagte auch, dass Arcor Leitungen von der Bahn gemietet hätte. Was an diesen Behauptungen dran ist, weiß ich nicht. Telefonisch bestätigt Arcor, dass es in Breitendorf kein DSL gibt.
Das Wichtigste ist, dass wir uns zusammen tun. Meldet euch bei Hartwig Hofer, wenn ihr es noch nicht getan habt! Wir müssen der Telekom (oder anderen Anbietern) zeigen, dass es sich lohnt, DSL nach Breitendorf zu bringen.