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Breitendorf,

Gemeinde Hochkirch, Sachsen

Vom Beginn der Freiwilligen Feuerwehr

Abzeichen der Ortswehr Breitendorf

Am 27. September 1873 gab der damalige Gemeindevorstand Koch den von dem Königl. Gerichtsamtmann zu Löbau an den Gemeindevorstand gestellten Antrag um Beschaffung einer Feuerspritze mit Zubehör für den hiesigen Ort bekannt. Nach langer Debatte sprach man sich dahingehend aus, daß die Beschaffung einer Feuerspritze nicht so nötig erscheine, da doch der Ort sehr ausgedehnt ist und die Gebäude in demselben ebenfalls entfernt voneinander gebaut liegen. Ebenso seien viele Häuser resp. Höfe massiv gebaut. Deshalb wurde das Königl. Gerichtsamt um Nachsicht gebeten.

Am 18. Oktober 1873 wurde dann nach längeren Debatten im Gemeinderat dennoch einstimmig beschlossen, den Anordnungen nachzukommen und die fragliche fahrbare Feuerspritze für den hiesigen Ort anzuschaffen. Dagegen wurde ein von der Gemeinde Kohlwesa gestellter Antrag, sie wolle mit Breitendorf einen Feuerlöschverband bilden, abgelehnt.

In der Gemeinderatsversammlung vom 17. Januar 1874 wurde nun über den Bau eines Spritzenhauses beraten. Es wurde beschlossen, da es im hiesigen Orte mehrere Steinbrüche gibt, daß diejenigen welche gewillt sind, Steine zum Spritzenhaus zu liefern, dies binnen drei Tagen bei dem Gemeindevorstand anzumelden haben. Es wurden auch eine Deputation von drei Mitgliedern entsendet, um sich mehrere in der Nachbarschaft befindliche Feuerspritzen anzuschauen.

Zum Liefern der Steine haben sich gemeldet der Bauer Johann August Natusch, der Bauer Johann August Grafe und der Müllermeister Karl August Albert. Sie schickten 4 Ruthen Steine zum Preis von 8 Thalern je Ruthe.

Für den Standort des Spritzenhauses wurden mehrere Stellen in Aussicht genommen. Schließlich beschloß man, dasselbe auf die Gemeindeaue mittelst im Dorfe zu bauen, da daselbst Wasser zum etwaigen Reinigen der Spritze nahe und jederzeit vorhanden sei. Das Spritzenhaus selbst sollte etwas geräumiger gebaut werden, um den übergebliebenen Raum zu einem Schuppen benutzen zu können.

Das Gebäude sollte 12 Ellen Länge (entspr. 8,0 m) und 8 Ellen Breite (entspr. 5,34 m) haben und mit zwei Toren und einer Scheidemauer versehen sein. Der Bauriß zu dem beabsichtigten massiven Neubau des Spritzenhauses und Schuppens für Wegebaugerätschaften wurde am 18. Februar 1874 vom Baumeister Johann Strauch in Zschorna ausgefertigt.

Am 17. Februar 1874 wurde beschlossen, die Feuerspritze bei Herrn Gustav Adolf Hänel in Dresden bauen zu lassen. Die Beschaffung der nötigen Gelder erfolgte durch die Anlage verschiedener Steuern über die Comun-Kasse, das fehlende Geld ließ man sich von dem hiesigen Halbbauerngutsbesitzer und Gemeindeältesten Andreas Urban vorstrecken.

Am 3. Oktober 1874 teilte der Erbauer der Feuerlöschspritze mit: „Hiermit erlaube ich mir Ihnen anzuzeigen, daß heut die bestellte Spritze per Bahn nach Station Pommritz abgegangen ist und ersuche Sie dort mit zwei Pferden abholen zu lassen. Bei der Probe bitte sich genau nach den Behandlungsregeln zu richten, welche im hinteren Kasten liegen. Die Schlüssel sind inwendig angebunden. Eines guten Empfangs entgegensehend zeichnet
Hochachtungsvoll G.S Hänel“

Die erste Spritzenmannschaft wurde am 10. Oktober 1874 aufgestellt.

Am 6. Februar 1883 wurde beschlossen, an der westlichen Stirnseite des Spritzenhauses zwei Arrestzellen anzubauen. Die erforderlichen 2 Ruthen Mauersteine lieferte Landwirt Andreas Lehmann für 30 Mark die Ruthe.

Gegenwart

Die alte Feuerlöschspritze war bis zum Erhalt der ersten Motorspritze im Jahr 1943 in Bereitschaft, war aber nur zu wenigen Bränden im Einsatz. Sie ist heute noch gut erhalten und wird von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Breitendorf gepflegt.

Im Mai 1993 erhielt die FFW Breitendorf ein eigenes Feuerwehrauto, einen Fiat Ducato. Die Finanzierung erfolgte mit Eigenmitteln der Gemeinde und einem 40-prozentigen Zuschuß aus staatlichen Fördergeldern.

Zuletzt bearbeitet am 3. August 2005 | | News | Impressum